Das tansanische Finanzministerium hat eine 5-prozentige Verbrauchsteuer auf Wetten für das ab dem 1. Juli beginnende Finanzjahr 2026/27 angekündigt. Finanzminister Khamis Mussa Omar stellte die Maßnahme diesen Monat im Rahmen der Haushaltsvorlage vor.
Die neue Abgabe gilt für den Wert der Wetten in allen Glücksspielaktivitäten. Dazu gehören Sportwetten an Land und online, Casino-Spiele, Slot-Maschinen mit vierzig Walzen und virtuelle Spieloperationen. Die Regierung rechnet damit, dass die Steuer zusätzliche Einnahmen in Höhe von 74,5 Milliarden TZS, was 28,4 Millionen US-Dollar entspricht, generieren wird.
Einnahmenverteilung und soziale Auswirkungen
Zehn Prozent der eingenommenen Mittel fließen an die Gaming Board of Tanzania. Diese Ressourcen sind dafür vorgesehen, die regulatorische Effizienz zu verbessern und Suchterkrankungen im Glücksspielbereich zu bekämpfen. Minister Omar betonte, dass die übermäßige Beteiligung junger Menschen am Glücksspiel die verfügbare Arbeitskraft für produktivere Wirtschaftssektoren verringert.
Marktentwicklung und regionale Einordnung
Marktdaten zeigen, dass der tansanische Glücksspielsektor im Jahr 2025 einen Bruttogewinn von 463,3 Millionen US-Dollar erzielte. Prognosen gehen davon aus, dass die Branche bis 2031 einen Bruttogewinn von über 1 Milliarde US-Dollar überschreiten wird, wobei Online-Kanäle 918,9 Millionen US-Dollar davon ausmachen. Der Schwarzmarktanteil blieb gering und machte 2025 nur 4,5 % des interaktiven Bruttogewinns aus.
Andere afrikanische Länder haben ihre Besteuerungsrahmen kürzlich angepasst. Uganda führte Anfang dieses Jahres eine harmonisierte Steuer von 30 % auf Wetten und Glücksspiel sowie eine Abgabe von 15 % auf Nettogewinne ein. Die kenianischen Regulierungsbehörden führten im vergangenen Jahr eine 5-prozentige Gebühr auf Auszahlungen aus Wettkonten und eine 5-prozentige Verbrauchsteuer auf Einzahlungen ein.
Zudem erhebt der Bundesstaat Lagos in Nigeria seit Februar eine 5-prozentige Quellensteuer auf Spielergewinne.