Verhandlungsführer für die neue österreichische iGaming-Gesetzgebung arbeiten an Bestimmungen, die das nationale Online-Glücksspielmonopol ablösen sollen. Die Gesetzgeber diskutieren derzeit eine obligatorische Karenzzeit, die nicht lizenzierte Unternehmen vorübergehend von der Erlangung lokaler Genehmigungen ausschließen würde.
Vorgeschlagene Einschränkungen für Graumarkt-Anbieter
Der Gesetzentwurf enthält eine Einschränkung, die vom sozialdemokratisch geführten Finanzministerium befürwortet wird. Unternehmen, die in den letzten fünf Jahren gegen die österreichischen Glücksspielregeln verstoßen haben, wären zunächst für einen Zeitraum von 24 bis 36 Monaten gesperrt. Der Public-Affairs-Berater Felix Geyer merkte an, dass diese Maßnahme vor allem EU-lizenzierte Firmen betreffen würde, die derzeit in der Region tätig sind, während nicht registrierte Schwarzmarkt-Anbieter wahrscheinlich weiterarbeiten würden, ohne lokale Genehmigungen zu beantragen.
Vertreter der Branche haben ihre Unterstützung für die Übergangsfrist zum Ausdruck gebracht. Patrick Minar, Sprecher von Casinos Austria, erklärte: „Eines Tages arbeiten Sie illegal, und am nächsten Tag erhalten Sie eine Lizenz. Das ist absurd.“ Er schlug eine anfängliche Ausschlussphase von drei bis fünf Jahren vor.
Monika Racek, CEO von Admiral Casinos & Entertainment, fügte hinzu, dass etablierte staatlich regulierte Anbieter nicht gleich behandelt werden sollten wie neuere Marktteilnehmer. Admiral wurde 2025 von Tipico übernommen.
Trotz der Unterstützung durch wichtige Marktteilnehmer bleibt die Karenzzeitklausel unter den Koalitionsverhandlern umstritten. Vertreter der Volkspartei, der Sozialdemokraten und NEOS sollen diese Woche die verbleibenden Details klären, bevor das Gesetz in die nächste legislative Phase übergeht.
Die aktuelle Online-Gaming-Lizenz der Österreichischen Lotterien, einer Tochtergesellschaft von Casinos Austria, läuft 2027 ab. Eine vorläufige Version des neuen Regulierungsrahmens wurde Ende Mai erstmals bekannt gegeben.
Quelle: iGB